Geocaching in Ägypten 2019

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08.03.2019
Kairo
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Wie viele Reisen begann auch diese um 05:00 Uhr in der Früh mit einer 5 1/2-stündigen Zugfahrt zum Flughafen Wien. Kaffee im Speisewagen ist ein Muss. Der zu kurz gekommene Schlaf wurde hier nachgeholt.
Am Flughafen war die erste Erkenntnis, dass der Flug nach Kairo eine 3/4-Stunde verspätet war. Naja, dann war zum geplanten Zeitpolster eine ordentliche Verlängerung dazu gekommen.
Am Check-in waren wir ganz allein. Bei der Security war auch nichts los. Am ganzen langen Abfertigungsgebäude Skylink waren in den nächsten Stunde nur 3 Flüge abzufertigen, was erfreulicherweise zu gähnender Leere und damit verbundener Ruhe bei den Gates führte.
Da hatte ich Zeit, mit dem passenden App auf meinem neuen Handy die ankommenden Flugzeuge zu verfolgen. Endlich sah ich auch die Egyptair-Boeing einfliegen. Mit Interesse verfolgte ich die Tätigkeiten der Arbeiten rund ums Flugzeug. Bewundernswert fand ich den Umgang beim Ausladen und Einladen der Gepäcksstücke. Rauhe Sitten herrschen da.
Beim Essen auf dem 3 1/2-stündigen Flug (Fisch oder Chicken) war es ein Kunststück, auf den engen Sitzen sich nicht anzupatzen - was ich meistens mache (es passiert einfach).
Nach 1/2 Stunde wurden in den Bus zum Hotel gelotst. Im Bus wurde uns der Umgang mit dem Trinkgeld für Busfahrer, Reiseleiter, Hotelpagen (seltsames Wort für dieses Männlein), Küche, Reinigung, und was weiß ich für wen noch alle erklärt (natürlich nur auf freiwilliger Basis ;-)).
70 km um Kairo düste unser Bus über den Autobahnring vom Nordosten nach Südwesten. Mir war nicht ganz klar, ob die Straßen so schlecht sind oder der Bus so mies ist, auf alle Fälle hat es fürchterlich gerüttelt. Auf 4 Spuren fuhren die Autos zu 6-7 nebeneinander. Eine kurze optische Analyse der vorbeifahrenden Autos ergab eine Unzahl von seitlichen Berührungsfolgen (viele Autos waren seitlich eingedrckt).
Im Hotel Meridien Pyramid logierten wir im Zimmer 3081.

09.03.2019
Kairo
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Pünktlich wurden wir munter, gerade rechtzeitig um für das Frühstück ausreichend Zeit zu finden.
Vom Hotel aus konnten wir ziemlich nahe (1 km) im Smog die großen Pyramiden sehen. Beeindruckend, vor allem die Steilheit der Flanken. Aber diese Pyramiden standen heute nicht auf dem Programm.
Vor dem Hotel warteten schon mehrere Busse auf ihre Gruppen. Also rein in den nächsten Bus - der für uns nur mehr zwei Plätze im hintersten Winkel bot. Vor der Abfahrt wurde festgestellt, dass wir im falschen Bus saßen. Also sind wir gleich wieder raus und in den nächsten Bus eingestiegen. Das war dann der richtige und wir bekamen auch einen ordentlichen Platz. Ich stellte fest, dass (wie das WC-Becken im Hotel) die Sitze für kleine Leute (Japaner, Ägypter?) ausgelegt und mir doch eindeutig zu nieder waren - aber ich musste es erleiden.
Im (für einige Mitreisende wahnwitzigen - ich selber liebe solche "chaotischen" Verkehre) Morgenverkehr näherten wir uns dem ersten Ziel, der Stufenpyramide in Sakkara. Nach dem Aussteigen erschienen aus dem Nichts eine für die nächsten Stunden nicht abzuwimmelnde Verkäufertruppe. Die erste Frage ("Woher?") beantworte ich eigentlich immer mit "Chinese", ernte etwas Gelächter und hab dann meist Ruhe. Man wird aber auch zum Besteigen eines Kamels (nur 1 Euro - als ob das Ägyptische Pfund [LE] nicht zählen würde) eingeladen. Dieses steht dann auf - haha, wie witzig - und der Abstieg vom Kamel (eigentlich Dromedar) kostet wieder Extra (bis zum 20€). Auch als Fotomotiv werden Kamele, Esel und deren Besitzer um 1€ (eigentlich 20 LE) angeboten.
Hoch oben auf der 6-stufigen Pyramide wurden auf einem wenig Vertrauen erweckenden Holzgerüst Reparaturarbeiten gemacht. Eine Möglichkeit, die Pyramide zu besteigen, gab es leider für mich nicht - verboten. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann war ich ob der Steilheit sehr froh über dieses Verbot.
Faszinierend war der exakte Schnitt zwischen der grünen palmenbewachsenen Nil-Ebene und der dahinter sich über 4000 km (bis Marokko) ausdehnenden Wüste. ["Die Wüste, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2019. Dies sind die Abenteuer des ..."].
In der Ferne konnte man die geknickte Pyramide erkennen.
Die Pyramiden waren außen mit abgeschrägten Steinen (wie man sie noch im obersten Teil der Chephren-Pyramide sieht) ausgelegt, sodass eine schräge (45°-56°) ebene Fläche entstand.
Bei dieser Pyramide in Sakkara sind die Grabkammern in über 20 m tiefen Schächten.
In einem der Nachbargräber (ohne darauf sitzender Pyramide) - Ka-Gmni - fanden wir bewundernswerte Reliefs aus der Arbeitswelt der (normalen, also nicht pharaonenbehafteten) Ägypter. Und das alles 4000 Jahre alt, bestens erhalten - und (leider) von uns Touristen in Reichweite verfügbar.
Bei der Fahrt nach Memphis (nicht Tennessee) waren wir erstaunt über die äußerst dichte Verbauung. Hohe Wohnhäuser in jedem Stadium des Entstehens und Zerfalls waren dicht an der Straße und eng aneinandergebaut. Wie unser Reiseleiter Ashraf erzählte, sind in diesem Stadtteil die meisten Häuser ohne Baugenehmigung errichtet, was eine Bewohnbarkeit nur auf Grund von illegaler Stromversorgung und Wasserversorgung möglich macht. Viele Häuser sind unfertig - es stehen noch Stahlbetonsäulen im obersten Geschoss. Das bleibt auf viele Jahre so, denn für unfertige Häuser wird keine (oder wenig) Steuer verlangt.
In Memphis lag der große Ramses herum - bewundernswert klar und fein gestaltet. Auch eine lächelnde Sphinx schaute wohlwollend auf uns herunter. Beim Zugang zu diesem Museumsgelände musste wir durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Diese stand in einem Holzdurchgang und wurde von 4(!) Uniformierten überwacht. Diese Scan-Einrichtung hatte aber weder ein Licht, noch einen erkennbaren Stromanschluss, noch irgend eine erkennbare Reaktion auf Metall (z.B. meine Hosenträger) - also ein totes Gerät. Aber immerhin waren damit die Aufpasser beschäftigt.
Mittagessen gab es in einem netten Gartenlokal bei der El Hayat Modern Language School. Besonders beim Gemüse in verschiedensten Aufbereitungen griff ich zu.
Bei der Zitadelle hoch über der Stadt fand noch die Alabaster-Moschee und der wunderbare Ausblick über die Stadt bis hin zu den Pyramiden auf der anderen Talseite großen Anklang.
Auch im Hotel gibt es eine Sicherheitsschleuse mit 3 Aufpassern. Nur scherte sich keiner darum, ob es bei meinem Durchgang piepste (Hosenträger) noch ob ich seitlich davon vorbeiging, ob ich meinen Rucksack mithatte ohne ihn durch den Scanapparat zu schieben.
Und HURRA! Ich habe meinen ersten ägyptischen Geocache erledigt - wieder ein neuer Länderpunkt, jetzt sind es schon 38 Staaten, in denen ich gecachet habe.

10.03.2019
Luxor
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Ein langer Tag begann um 05:00 Uhr früh (wie meist). Ein kleiner Rundgang führte mich durch dunkle Straßen und große Kreuzungen.
Da hörte ich den Ruf Farö (diese Buchstabenreihe ist nur eine unzureichende Wiedergabe des Gehörten) und zwar immer wieder. Dabei fuhren eine Menge von Toyota und VW-Kleinbussen weg. Es handelte sich dabei um diese für mich noch nicht durchschaubaren (in)offiziellen Buslinien, deren Ziel der Rufer bekanntgab. Nach jeweils 5 Minuten für ein Bus ab und der Ruf änderte sich. Etwas abseits waren auf einer Parkfläche an die (nicht gezählten) 300 gleiche Kleinbusse, die Fahrer warteten auf ihren Einsatz. Mit zweien habe ich mich intensiv unterhalten über deren Autokennzeichen und meine Herkunft. Ein Foto blieb nicht aus - und das ganz ohne Bakschisch.
Nach dem Frühstück brachte uns der Bus zum 3 km entfernten Pyramidenplataeu, das etwas höher liegt. Der Bus (einer von vielen) musste durch 2 Sperren durch, die erste war leicht, die zweite sollte mit dem Ausladen unserer Gepäcksstücke (auch Koffer, da es am Abend gleich weiterging), dem Durchleuchten und neuerlichem Einladen folgen. Aber der Busfahrer kannte einen der Aufpasser, Durchleuchter, sodass uns diese Prozedur erspart blieb. Wenn man genau hinschaute wechselten mit dem unvermeidlichen Händedruck einige Scheine den Besitzer.
Ashraf erklärte uns in klaren Worten die verschiedenen Pyramiden, die Pharaonengeschichte, verschiedene Theorien über den Pyramidenbau. Ich empfehle also Dir, der Leserin bzw. dem Leser, unbedingt Ashraf als Reiseführer zu engagieren (manchmal heißt er auch Ahmed, Mohammed, Mahommed oder so ähnlich). Es sind ja sowieso die meisten Touristen mit ihren jeweiligen Führern zufrieden.
Mich interessierte, wie die Pyramiden aus dem Boden wachsen. Es gab keine Basis - eine Bodenplatte. Einfach auf die Kalkschichten (limestones) wurden die Kalkwürfel gelegt. Das Besteigen der Pyramide ist verboten, Aufstiegsversuche können durch die Weitergabe von Scheinen durch einen der allgegenwärtigen Wächter übersehen werden. Ein junger Bayer hat vor einiger Zeit die Pyramide bestiegen und den Film auf Youtube gestellt.
Der Haupteingang in die Pyramide ist auf 20 m Höhe und nicht zugänglich. Der Grabräubereingang steht offiziell für Eintritte (extra zu bezahlen) zur Verfügung. Nachdem ich einen Tag vorher in die Grabkammer bei Sakkara in demütiger Haltung eingedrungen war, ersparte ich mir das als eng, heiß, gedrängte Gehen in die Grabkammer, in der auch keine Wandreliefs und Wandmalereien zu sehen sind.
Ich bin um die Pyramide herumgegangen um für einen Geocache die entsprechenden Daten zu sammeln, sah einige Fossilien in Kalksteinen und erreichte dadurch meinen 2. und dritten Geoache.
Die Strecke zu der(!) Sphinx (Mehrzahl Sphingen) legten wir wieder im Bus zurück, da das Gelände doch recht weitläufig ist. Man kann aber auch eines der aufgedrängten Angebote von Kamelritten, Pferderitten, Eselsritten, Kutschenfahrten, Taxifahrten, fußläufiges Begleiten einsteigen. Das wird einem mit einem unschlagbaren Preis 1€ (€ scheint die offizielle Touristenwährung zu sein) intensiv nahegelegt. Ein Ignorieren der Angebote ist zäh und mit der Zeit wird man abgebrüht. Dass man auch ein Pyramiden-Bilderbuch, Schmuck, Tücher, Kleinpyramiden, Tutanchamuns, Katzen, Ramsen, Sphingen, Obelisken kaufen kann, schreib ich lieber nicht.
Bei der Sphinx werden Sound & Light-Shows geboten. Im 007-"Der Spion, der mich liebte", spielte diese Show ein Rolle - mit dem Beißer. In Wirklichkeit sah diese Gegend etwas anders aus als im Film, aber das ist halt Film. Bezüglich der abgebrochenen Nase hat unser Ashraf den französischen Soldaten erwähnt, aber den wahrscheinliche Übeltäter Obelix unterschlagen.
Das Häusermeer rückte immer näher an die Pyramiden heran - Schwarzbauten. Die Regierung hat beschlossen, diese Häuser abreien zu lassen.
Mittagessen gab es dann im Restaurant beim Cairo-Turm (Aussichtsturm).
Die Fahrt zum Ägyptischen Museum war für mich wieder ein Highlight. Stau, Hupen, seitlich eingedrckte Autos, holprige Straßen, vorbei an endlosen gleichartigen Schwarzbauten, mittendrin Moscheen, Kirchen und große Kreuzungen.
Im Ägyptischen Museum (leider kein Geocache dort) war für mich der Höhepunkt die Totenmaske von Tutenchamun, die ich nicht fotografiert habe, weil sie sowieso jeder kennt, im Internet beste Bilder davon kursieren und das Fotografieren verboten ist. Einige andere Steinfiguren musste ich wegen des haptischen Erlebnisses einfach berühren, streicheln, betatschen - ist natürlich auch verboten.
Abendessen in einem Restaurant in Flughafennähe - es gab zur Auswahl Pizza, Kofta (Faschiertes), Gemüse.
Danach wurden wir zum Flughafen transportiert - unsere Koffer fuhren ja schon den ganzen Tag mit. Der Flug um 21:30 über eine Stunde nach Luxor war kurz (ich hab ausnahmsweise geschlafen). Nach 20 Minuten Busfahrt trafen wir beim Boot Royal Esadora ein. Die Einweisung in die Kabinen, die Vorschau auf die Planung des nächsten Tages war eine zähe Sache - Koffer darf man selber nicht tragen, die Zuordnung der Kabinen war trotz fertiger Planung eine langweilige Prozedur, sodass wir erst um 24:00 ins Bett kamen.

11.03.2019
Luxor
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Nachdem wir um Mitternacht erst angekommen waren, das Frühstück von 06:00 - 08:30 serviert wurde und wir bis 08:45 schliefen, gabs kein Frühstück mehr. Aber mit Sonderbehandlung konnten wir in der Lounge ein privates nachträgliches bekommen. Ich war erschrocken, dass ich soooo lange geschlafen hatte, bin ich doch sonst immer um 05:00 Uhr auf.
Da der nächste Programmpunkt Mittagessen um 12:30 war, hatten wir Zeit uns zu Fuß in die Stadt Luxor zu begeben.
Als erster stolperten (sinnbildlich) wir über die Sphingenallee, die 2,8 km die Tempel von Luxor und Karnak verbindet. Diese Allee wurde erst vor wenigen Jahren ausgegraben und die darauf befindlichen Häuser abgerissen. Dadurch entstand mitten in der Stadt ein 4 m tiefer Graben, der mit einer Mauer abgetrennt ist. Damit gab es auch eine Unterbrechung der innerstädtischen Verkehrswege, was dann weite Umwege erzeugte. Am Hafen gab es eine Menschenansammlung, viele Mütter mit Kindern, aber auch einige Männer waren dabei und scharten sich um einige Organisatoren. Es gab hier für 2 Tage ein schiffbares Krankenhaus der Regierung, das Untersuchungen und Impfungen für Kinder vornahm. Soviel ich mitbekam, waren 4 administrative Kontrollposten zu passieren, die die Einteilung vornahmen. Am Abend, als wir von unserer Besichtigung zurückkamen, gab es noch immer viele, die warteten.
In einem Innenhof gab es vertrautes Geräusch - ein Schulhof und es war Pause. Schüler spielten Fußball, die Mädchen waren nicht dabei und die Lehrer beobachteten die Lage.
Die Befüllung der Schiffsküche mit Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln erfolgte per Träger. Den größten Teil der Ladung waren Bierdosen.
Unser Schiff - die Royal Esidora - lag als eines von 10 Schiffen am Hafen. Es gab zwar nur 3 Schiff-Parkplätze, so wurden einfach die Schiffe zu fünft nebeneinander angelegt. Um zum Schiff 2, 3, 4 und 5 zu kommen, musste man durch alle vorigen Schiffe gehen. Die Schiffe selber sind gerade mal 30 cm auseinander, sodass man von der Kabine in die Kabine am Nachbarschiff sehen konnte. Vorhänge schützten die Privatsphäre. Vorhänge sind sowieso wichtig, denn die Sonne heizt stark herein. Daher läuft die Klimaanlage dauernd, damit laufen dann auch die Generatoren im Schiffsrumpf hinten dauernd. Ich hatte eine Kabine am vorderen Ende des Schiffs gebucht, man hörte von der Generatoren nichts, aber die Generatorenmotoren des Nachbarschiffs sehr stark. Zähneputzen nur mit Mineralwasser, Brause ok, Betten recht hart. Genug gejammert. Das ist halt so!
Gleich nach dem Mittagessen wurden wir zum Karnak-Tempel abgeholt. Als Vorbereitung zu dieser Reise haben wir uns den Film "Tod am Nil" und den oben erwähnten 007 angeschaut. Dieser Karnak-Tempel mit seiner Säulenhalle war beeindruckend. Die vielen Inschriften, die Bauart der Säulen, der Aufbau des Tempels mit seinen Pylonen, die Obelisken, die Reliefs, der Skarabäusstein mit dem Glücksritual, der heilige See, die Kapellen - einfach toll. Es war dann bald recht heiß - 33°. Nachdem wir aus dem Winter angereist waren, doch eine etwas gehobene Temperatur.
Und gleich danach besichtigten wir den Luxortempel am anderen Ende der Sphingenallee.
Nach Ankunft auf dem Schiff starteten wir wieder los zur Sound&Lightshow in Karnak. Im Dunkeln wurden mit Lichteffekten, projizierten Bildern, Farblicht in einer schulfilmhaften (und das meine ich leider negativ) stimmlichen Untermalung eine für mich unspektakuläre Show geboten, die 1 Stunde dauerte. Einen Teil davon habe ich verschlafen.
Spät kamen wir wieder zurück zum Schiff, um noch ein Abendessen zu erhalten.

12.03.2019
Luxor
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Auch gestern habe ich wieder 2 Geocache absolviert. Diese sind auf der Strecke sehr dünn gesät, aber trotzdem wollen sie gemacht werden.
Programm für heute: Westtheben (Luxor hieß früher mal Theben) mit den Memnon-Kolossen, Hatschepsut-Tempel und dem Tal der Könige liegt direkt gegenüber auf der Westseite des Nils - also 2 km Luftlinie. Um dorthin zu kommen, musste der Bus einen Umweg von 40 km machen, um über eine der wenigen Brücken zu kommen. Die Fahrt ging durch wenige kleine Dörfer, wo viele Kinder zur Schule gingen - manche wurden auch mit dem Auto zu Schule gefahren, deren Eltern am liebsten diese mit dem Auto in der Garderobe abgeliefert hätten - also ein Problem, das es bei uns zu Hause (und woanders sicher auch) gibt. Endlich gabs auch was Grünes zu sehen. Die bewässerten Felder mit Klee, Getreide, Palmen stellten einen starken Kontrast zu dem bisherigen Gesehenen dar. Natürlich durfte ein kleines Gespräch mit einem Bauern nicht fehlen.
Bei den Memnonkolossen - die mich sehr beeindruckt haben - handelt es sich um 2 monumentale Figuren, die vor einem Tempel stehen. Der Tempel ist aber nach einem Erdbeben (27.v.Chr.) eingestürzt und war so - wie alle Steintrümmersammlungen - ein idealer Quelle für Baumaterial anderer profaner Bauten.
Zum Hatschepsut-Tempel war es noch weitere 5 km. Hatschepsut war eine weibliche Pharaonin, die sich als Mann darstellte, um so die Thronfolge antreten zu können.
Der Zugang zum Tempel führte durch eine Schar von Verkäufern, die recht aufdringlich waren. Ich habe eine für mich passende Methode entwickelt. Ich gehe stur meinen geraden Weg und alles was mir so in den Weg gereicht wird stört mich nicht - der Verkäufer soll sofort seine Hände mit der Ware zurückziehen (so zumindest meine Theorie). Und sie funktioniert.
Der Terrassentempel beherbergt wieder Reliefs und Malereien, die neben der Herrscherverehrung auch alltägliches Leben darstellen. So macht Geschichte Spaß. Wenn die Ausführungen des Reiseleiters zu lang wurden, habe ich mich etwas abgesetzt und hab all das getan, was verboten ist. Die Statuen angegriffen, die die Hieroglyphenreliefs abgetastet und nachgefahren, die Säulen umarmt, mit den Wächtern geblödelt. Nur bei den allgegenwärtigen Polizisten tat ich mir etwas schwer. Sofern sie alleine waren, fand ich immer was zum fragen - und wenn es nur Smalltalk war. Aber alleine gab es die fast nie. Sie telefonierten, rauchten, tranken Kaffee, begrüßten sich gegenseitig - also alles Dinge, die eine wichtige Amtsperson ausmacht.
Ein weiterer Besichtigungspunkt war das Tal der Könige. In praller Sonne liegen in diesem engen Tal eine Vielzahl von Gräbern (entdeckt oder unentdeckt). Das erste von Ramses IV (oder war es Ramses III oder ...) betraten wir durch einen langen abwärtsführenden Gang, der voll von bedeutungsvollen Inschriften war. Der Gang erlaubte nur in Gänsereihe rein und raus zu marschieren. Drinnen in der kleinen Grabkammer staute sich die Besucher, und da ich ein Schnellschauer bin, kehrte ich bereits nach 10 Minuten wieder an die Oberfläche zurück. Draußen war das Ziel eines der wenigen Schattenunterstände (diesmal ohne Verkäufer aber mit Polizei). Ein zweites Grab besichtigte ich auch und das dritte ließ ich dann den anderen übrig zu besichtigen.
Mit der Bimmelbahn (Pemperlbahn) tuckerten wir dann zurück zum Bus. Mit dem Bus zum Boot - wieder 40 km. Und dort begann dann der gemütliche Teil des Tages.
Die vielen Nilschiffe, die hier in Luxor lagen und deren Touristen von den Ausflügen zurückkamen, starteten wie bei einem Grand Prix-Rennen zugleich weg. Ich zählte 15 Boote vor uns und 9 Boote hinter uns. Jedes machte einen Mordslärm, erzeugte eine stinkige Auspuffwolke. Da wurde dann ein Rennen gestartet, Schiffe überholten Schiffe mit Gehupe. Da im Nil viele kleine Inseln liegen konnten verschiedene Fahrrinnen zum gegenseitigen Überholen genutzt werden.
Am Sonnendeck konnte ich neben dem Besichtigen der Landschaft meine Fotos sortieren und den Bericht schreiben. Es war angenehm kühl, nach dem Sonnenuntergang war sogar eine Jacke notwendig.
Ziel war das kleine Städtchen Esna mit einer Nilbrücke und einer Staumauer, das mit Schleuse zu überwinden war. Da alle Schiffe noch vor Nachtbeginn durch diese Schleuse wollten, gab es einen Stau. Diesen nutzen wieder einmal Verkäufer sämtlicher Waren, um uns Geld abzuknöpfen. Im Stau legte unser Schiff für 1 Stunde am Ufer an und schon hüpften die Kaufleute herum - "Hallo, hallo, billiger, 5 Euro - 2 Euro - 1 Euro - geschenkt". Sie warfen dann auch in Plastiksäcken Kleider an Bord, die meist von oben wieder zurückgeworfen wurden. Noch waghalsiger waren Händler, die mit Booten an der Wasserseite des Schiffs anlegten und ihre Waren anpriesen. Während wird später in die Schleuse einfuhren rannten einige die Schleusenmauer entlang - ich wartete eigentlich nur darauf, dass einer bei Ende der Mauer in den Nil fiel.
Kaum nahm unser Schiff nach der Schleuse wieder Fahrt auf, hängten sich 3 Boote der Verkäufer an die Reling des Schiffs und verkauften - zumindest versuchten sie es.
Nach einer weiteren Stunde legte unser Schiff dann in Idfu an, wo wir uns zu Ruhe legen konnten.

13.03.2019
Am Nilschiff
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Dort wo ein Schiff Halt macht, machen viele Schiffe halt. Diesmal lagen diese Schiffe hintereinander. Die kurze Strecke von Esra nach Edfu wurde im Laufe des Vormittags zurückgelegt. Das war die Zeit, um die Fahrt zu genießen. Die Landschaft rollte vorbei, die Sonne war angenehm. Und wieder waren viele Schiffe in der gleichen Richtung und auch in der Gegenrichtung unterwegs. Gegen 11:00 Uhr legten wir (damit meine ich eigentlich das Schiff und wir mit ihm) in Edfu an.
Geplant war je 2 mit einer Kutsche die 4 km zum Tempel zurückzulegen. Die Belehrungen unseres Führers Said waren folgende: jedes Paar bekommt einen Zettel mit der Nummer der Kutsche, die für Hin- und Rückweg zugeteilt ist. Trinkgeld (max 1€) erst nach der Rückkehr zuteilen. Wenn einer der Kutscher Blödsinn macht (z.B. Geschenke, Verkaufsbedrängung), dann sollte dessen Nummer gemeldet werden und dieser wird nicht mehr so bald als Transporter eingeteilt. Die Kutscher bieten an, ein Foto mit Kutsche (gegen 1€) zu machen, wer möchte, sollte nur 1€ zahlen. Vorige Woche habe einer 10€ bezahlt (was vom Kutscher gerne genommen wurde). Auf dem Weg zum Tempel, den es zu besichtigen galt, wurden dann von jeder Kutsche Fotos gemacht (das war wieder ein anderer), dessen Bilder nach der Rückkehr ausgedruckt waren und zum Kaufen angeboten wurden (1€). Soweit die Informationen.
Als wir dann das Schiff verließen, waren am Ufer viele Kutscher, die ihr Kutschennummer dem Zuteiler zuriefen. Das war ein wildes Spektakel. Direkt am Laufsteg stand der Zuteiler und unser Reiseleiter Said. Jedes Paar bekam den Zettel mit der Kutschennummer und drang in die Kutschermenge ein, die weiterhin laut schrien. Daneben standen zwei Polizisten, die in stoischer Ruhe die Kutscher beobachteten und auch fotografierten. Wahrscheinlich würden dann einige der aufdringlichsten Kutscher weniger Aufträge bekommen. Das Fotografieren hatte die Auswirkung, dass sich die Kutscher sofort abdrehten, und dann sofort wieder umdrehten und weiterhin ihre Kutschen anboten.
Wenn man in der Kutsche saß, dann ging es mit einem klapprigen Pferd durch den Stadtverkehr.
Beim Tempel gab es dann eine Pferdegarage, wo die Kutschen bis zum Ende der Besichtigung (2 Stunden) blieben. Die Rückfahrt ging dann ganz ohne Belästigung ab. Unser Kutscher (Nummer 153) machte ein Foto von uns (1€), bekam das Trinkgeld (1€), bat um einen Kugelschreiber (den wir nicht hatten) und entließ uns.
Mit den vielen €-Münzen können diese Leute nichts anfangen, da Banken nur Geldscheine umtauschen. Daher wird man immer wieder mit einer Handvoll Münzen konfrontiert mit der Bitte, diese doch in 10€/20€-Scheine umzuwechseln. Dabei ist zu beachten, dass eine ägyptische Münze (natürlich geringerer Wert) auf den ersten Blick bzw. in dem Münzhaufen mit der 2€-Münze beinahe ident ist.
Der Tempel von Edfu war- wie alles, was wir sehen interessant. Die Ausführungen von Said ausführlich. Unter den vielen Symbolen stach für uns eines ins Auge - nämlich Alfred E. Neumann (Für Outsider: es gab - oder es gibt sie noch - das MAD-Heft, in dem eine Witzfigur Alfred E.Neumann eine wesentliche Rolle spielt). Abstehende Ohren, ein etwas freches Gesicht. Hier trat auch Horus der Falkengott in Erscheinung. Ein anderes Symbol war die Biene/Fliege, die recht witzig dargestellt ist.
Der restliche Tag blieb zur Erholung der Besichtigungsstrapazen am Schiff. Ruhig glitt es dahin auf den Wogen des Nils, link und rechts die Niloase, an manchen Stellen traf direkt die Wüste an den Nil. Die Bahn ratterte vorbei (von Kairo nach Assuan ca. 12-13 Stunden). Rinder weideten, Kinder spielten, riefen und winkten. Und das allen konnten wir wie auf einer Bühne betrachten.
Ganz schön dekadent: da sitzen wir im 5-Sterne-Schiff, genießen Kaffee oder Tee und lassen die Landschaft und Menschen als Theater vorüberziehen. Und dabei meinen wir, in Ägypten zu sein. Der Kontakt mit den Menschen hier ist minimal - er beschränkt sich auf das Personal auf dem Schiff, den Reiseleiter, den Busfahrer bei den Ausflügen und natürlich die Verkäufer. Auch wir werden begutachtet von diesen Verkäufern, den Polizisten, den Aufpassern.
Ich freu mich immer, wenn wir Schüler auf dem Schulweg sehen, mit ihren Rucksäcken, die Mädchen (nur mit Kopftuch) schnatternd und auch selbstbewusst, die Knaben cool - wie überall.
Lange sind wir am Sonnendeck gesessen und haben dem Licht beim Entschwinden zugesehen. [Manchmal hab ich wirklich dichterische Anwandlungen in meinen Texten].

14.03.2019
Assuan
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Dieser Tag war Assuan-Tag. Frühstück - Bus zum Unfertigen Obelisken.
Dieser Steinbruch mit hartem grobkörnigem Rosengranit ist die Quelle sämtlicher ägyptischen Obelisken (in Luxor, Karnak, Paris, London, Rom). Die Behauung fand per ganz hartem Diorit statt. So ein Obelisk wurde als Ganzes aus dem Felsen herausgehauen. Beim Aushauen des unfertigen Obelisken entstand ein Riss, der ihn unbrauchbar machte. Und so blieb er liegen.
Dass man das Obeliskengelände durch eine Galerie von Verkäufern verlassen musste, erwähne ich nicht (und hab's doch gerade gemacht).
Für kommendes Wochenende ist der Besuch des Staatspräsidenten Abd al-Fattah as-Sisi in Assuan angesagt. Und das sieht man. Die Straßen (wahrscheinlich nur die, die auf der Fahrtroute liegen) wurden gekehrt und gewaschen, der Müll links und rechts wurde eingesammelt, Sträucher wurden abgeschnitten, alle 100 Meter stand ein Polizeiauto mit den passenden Polizisten und deren Maschinenpistolen und auch Militär. Immer wieder gab es Autokontrollen, Soldaten standen auch hinter Schutzschilden, höhere Ränge saßen im Schatten, spielten (natürlich arbeiteten) mit ihren Handys, rauchten tranken Kaffee oder Tee. Transparente, die das Bild des Präsidenten zeigten mit (wahrscheinlich) passendem Lobtext waren aufgehängt, die Fahnen (rot-weiß-schwarz mit stilisiertem Adler) hingen von öffentlichen Gebäuden, entlang der Hauptstraßen standen alle 50 m (und das sind wirklich 50 m) Männer mit Sonnenbrillen, dunklem Anzug, Krawatte und auch Kappe und schauten von der Straße weg ins Gelände und zwar auch bis 40 km vor der Stadt (da sind wir nämlich am nächsten Tag gefahren). Das müssen Hunderte sein, die laut Reiseführer 3 Tage dort ausharren müssen und sämtliche Gefahren für den Präsidenten abzuwenden hatten.
Danach besuchten wir den Tempel auf der Insel Philae. Diese erreichten wir durch eine kleine Bootfahrt. Eine Menge der kleinen Boote drängte sich an der Abfahrtsstelle, kamen Boote zurück, dann drängten sich diese zwischen bereits liegende Boote mit entsprechenden Stößen. Aber die anderen Bootbesitzer nahmen das mit Langmut hin, denn beim nächsten Mal sind sie diejenigen, die sich reindrängen.
Auch diese Insel wird vom Präsidenten besucht werden. Hier wurden Sesseln aufgestellt, Militär und Polizei in großer Zahl, Müll ... (siehe oben).
Auf den Landebrücke war der Platz ob der Massen an Touristen gering, trotzdem haben da Händler ihre Waren auf einem großen Leintuch aufgebreitet.
In Assuan gibt es den alten und den neuen Staudamm. Am neuen Damm gibt es einen Aussichtspunkt, sogar mit Blumenbeet. Von Aussicht war aber nicht viel zu merken, da heute die Luft voll Sand war. Man könnte sagen: Schau dir die Infowand an, so sollte es aussehen. Mit Hilfe der Russen wurde der Damm gebaut, was an einem 74 m hohen Betondenkmal in Form einer Lotusblüte als Zeichen der ägyptisch-sowjetischen Freundschaft ersichtlich ist.
Nach all diesen Besichtigungen machten wir uns auf, zu Fuß in den Ort zu gehen. Da bot sich doch eine geschäftige Verkehrsstraße an. Beim riesigen Busbahnhof vorbei, an Obst-Gemüsestandeln fanden wir Platz auf einer Haltestellenbank. Hier hatten wir einen wunderbaren Blick über eine geschäftige Kreuzung. 1/2 Stunde genossen wir diese Begegnungszone mit für uns anfangs unglaublichem Verkehrswirrwarr. Nach kurzer Zeit hatten wir uns daran gewöhnt und die Gelassenheit der Fußgänger, Radfahrer, Tucktuck, LKWs, PKWs, Polizeiautos, Esel, Pferdekutschen und deren Rücksichtnahme aufeinander bewundert. Hupen war natürlich ein dazugehöriger Ohrenschmaus.

15.03.2019
Assuan
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Heute hieß es früh aufstehen - 03:30 Uhr, Abfahrt 04:15. Tee und Kaffee und Abfahrt. 280 km durch die Wüste nach Abu Simbel. Im Dunkeln kletterten einige müde Gesichter in den Bus, versehen mit einem Jausenpaket, Polstern, warmen Jacken und Wasserflaschen. Da wir gewarnt waren, dass ägyptische Busse ihre Klimaanlage auf "Kühlschrank" stellen, waren Jacken und Halstücher angebracht. Und es war schon kalt im Bus.
Bei der Ausfahrt aus Assuan standen noch immer alle 50 m die Präsidentenschützer, Terroristenverhinderer, Kapperlträger. Nach 2 Stunden ging die Sonne auf. Fotoapparate wurden gezückt und ein Ahh und Ohh ertönte. Dabei sieht man auf den Fotos sowieso nur einen orangenen Ball und drunter den hellen Himmel und unten Dunkel. Schnell wurde es wärmer im Bus, die Klimaanlage passte. Die Straße ging schnurgerade, der Bus fuhr meist in der Mitte der Straße. Wir waren nicht die einzigen Touristen, manche Busse überholten uns, wir überholten andere. Immer wieder Polizeiautos und 3 Kontrollsperren. Diese Sperren wirkten martialisch. Betongefüllte Tonnen erzwangen das langsame Schlangenlinien fahren unter Aufsicht der mit Maschinenpistolen Bewaffneten, ein Schreiber notierte das Kennzeichen jedes Autos händisch (nix Tablet, nix Datenbank).
Die Wüste selber war hauptsächlich Sand, aber auch mit vulkanverdächtigen Kegeln übersät. Steine, Sand, Strommasten und in regelmäßigen Abständen Polizeiposten, 2 Tankstellen, 1 Raststation.
Gegen Abu Simbel (die Stadt und der Tempel heißen so) hin wurde die Anzahl der Busse größer. Dann war da ein großer Parkplatz mit Cafeteria, WC (1€) und - nicht zu vergessen - Händlern.
Der Tempel Abu Simbel ist vor dem Befüllen des Nasserstausees vor den Fluten gerettet worden, er wurde zersägt und auf erhöhtem Platz wieder zusammengesetzt. Die Figuren und Reliefs waren etwas grober als bei den bisherigen Tempeln, was auf den Sandstein zurückzuführen ist, aus dem der Tempel (eigentlich sind es zwei) gebaut ist. Die vier großen Ramses-Figuren (eine davon abgebrochen) sind gewaltig beeindruckend und schauen mit großer Gelassenheit, Weisheit und mit einem leichten Lächeln in die Landschaft.
Und wieder begutachteten wir Hieroglyphen, Figuren, Bilder, ab und zu von Wächtern zurechtgewiesen, die darauf achteten, dass man ja nicht ohne Fotoerlaubnis ein Bild machte.
Und die Fotoerlaubnis kostete 15€. Und das ist bei den meisten Tempeln so. Und das ist sauteuer. Das bewog unseren Reiseführer, eine DVD mit über 900 Fotos von (allen) Tempeln innen um 10 € anzubieten. Und das ist billig. Aber was soll man von 900 Fotos von verschiedenen Tempelinneren tun, wenn man selber über 900 Fotos vom Tempeläußeren schon hat.
Nach der Rückfahrt gab es eine kurze Ruhepause und danach eine kleine Felukenfahrt am Nil.
Den Bauchtanzabend ersparte ich mir.

15.03.2019
Assuan
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2 Anmerkungen:
(1) Geochaches. hier waren für mich nur Earth-Caches zu machen. Das sind solche, die sich mit Geologie der einzelnen Tempel bzw. Pyramiden befassen. Davon habe ich doch 11 vollbracht, was mir in meiner Länderstatistik (Bild ganz unten) den 38. Länderpunkt eintrug. Das ist doch was.
(2) Internet: Ich habe mir bei der Ankunft am Flughafen in Kairo gleich eine etisalat-Sim-Card gekauft mit 5 GB für 30 Tage um 250 ägyptische Pfund (12 €) und gleich aktivieren lassen. Und die geht super. Reingesteckt und schon arbeite ich damit. Als Hotspot für Laptop und Zweithandy arbeitet es klaglos.

16.03.2019
Luxor
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Der letzte Tag auf dem Nil begann um 03:30 Uhr. Unser Schiff Royal Esadora startete die Fahrt flussabwärts nach Norden. Das erste was ich merkte, war der starke Nordwind, der sich mit dem Fahrtwind als ganz schön stark erwies. Ganz ruhig fuhr das Schiff dahin und wir konnten noch bis 06:00 Uhr gut schlafen. Der letzte Besichtigungspunkt war der Doppeltempel in Kom Ombo. Trotz der frühen Stunde waren schon mehrere Gruppen unterwegs.
In diesem Tempel gab es wieder Reliefs, diesmal aber sehr ausgefeilt und 'nur' ca. 2000 Jahre alt, während die bisherigen 4000 bis 3500 Jahre alt waren. Es ist bewundernswert, wie genau und detailliert die Götter, Schlachten, Tiere dargestellt waren. Eigentlich ist das Ganze wie Comics zu lesen, nur muss man ein bisschen Zeit haben und sich vertiefen. Unser Reiseführer erzählte, dass nach der Ausgrabung eines Tempels man 5 Jahre gebraucht hatte, um die Szenen zu identifizieren. Beim Verlassen des Tempels gab es noch ... (aber das weißt du jetzt schon).
Der Wind war in der Zwischenzeit so ungemütlich geworden, dass das Verweilen am Sonnendeck nur mehr mit doppelter Jacke möglich war. Eine Haube wäre auch angebracht gewesen. Schade, wir hatten uns so auf den letzten Tag gefreut.

Was merk ich mir?
Ägyptisch:
- Schukran heißt Danke
- La Schukran heißt Nein, Danke (für die Abwehr von Verkäufern notwendig)
- Kalas heißt "ich habe fertig" (natürlich nur sinnbildlich gemeint)
- Inschallah heißt "Wer weiß?!" (natürlich nur sinnbildlich gemeint)
- Jalla heißt gemma

Tempel
Die sind ja viel umfangreicher, bebildeter als ich vermutet hatte. Eine wahre Fundgrube für Historiker. Im Geschichteunterricht habe ich mich oft gefragt, woher die Lehrer das wissen. Jetzt weiß ich's.

Verkehr
Erscheint für viele chaotisch, für mich eine ideale Form, ohne viel Regeln (die es zwar gibt) den Verkehr am Fließen zu halten. Dazu ein Zitat des Reiseführers: "Wird bei einer Ampel rot, dann fährt man (noch) über die Kreuzung, der nächste auch noch, und der nächste auch. Wird eine Ampel rot und man bliebt stehen, dann hat man schon einen Auffahrunfall produziert."

Nilschiffe
Solche fahren in großer Anzahl mit entsprechenden Abgasen, Dauerlärm. Es gibt wenig Landeplätze, sodass sie in zweiter bis zehnter Reihe parken (dazu das Foto am 9.Tag).
Die Eingangshalle ist (wie in Hotels) pompös. Die Kabine war ausreichend groß, das Bad war praktisch eingerichtet mit einer (unnotwendigen) Badewanne auch zum Brausen. Zum Zähneputzen wurde uns empfohlen, Mineralwasser zu verwenden. Die Handtücher wurden (obwohl nicht unbedingt notwendig) jeden Tag getauscht.


Kairo


Luxor


Edfu - Kom Ombo - Assuan - Abu Simbel


HUHUHUHU

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Nachher