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Geocaching in Serbien und Makedonien 2017

Dieser Bericht entstand als Online-Tagebuch (jetzt sagt man Blog dazu - ich nicht, ich nenn es Online-Tagebuch).
Bilder
20.02.2017
Bruck
Alles am Vorabend zusammengepackt, früh auf und um 05:14 ab mit dem Zug nach Salzburg.
Wie immer ist es spannend, ob meine ("jahrelangen") Planungen erfolgreich sind. Google-Maps, Google-Earth, Wikipedia sind mal die Grundseiten. Dann Flugpläne bei verschiedenen Billigfluglinien, Busfahrpläne, Booking.com, Geocaching.com, Serbische Bahn, Makedonische Bahn, Wettervorhersage, Bildersuche, Tourismusseiten, Reiseberichte von anderen Reisenden. Es gibt genug zu schmökern.
Aber jetzt freu ich mich aufs Umsteigen in Salzburg in den Railjet - da gibt es dann einen Kaffee!!

20.02.2017
Wiener Hauptbahnhof
Nach 4 1/2 Stunden bin ich am Wiener Hauptbahnhof gelandet.
In Salzburg (einem der besten Bahnhöfe) wartete schon der Railjet auf mich. Halte waren nur in Linz, St. Pölten und Wien Meidling.
In St.Pölten strömte eine Gruppe französisch sprechender Jugendlicher in den bis dahin fast leeren Wagon. Jeder freie Sitz wurde belegt, Handys gezückt, Informationen ausgetauscht (die Lautstärke ließ auf jugendliche Schwerhörigkeit schließen). Nach 1/2 Stunde war der Spuk vorbei - die Gruppe stieg aus - ich aber auch.
Am Wiener Hauptbahnhof wartete der REX (Regionalexpress) nach Bratislava hl.st. (was bekanntlich hlavni stanica - also Hauptbahnhof bedeutet) auf mich.
Da 1/2 Stunde Umsteigezeit war, konnte ich wieder mal den Bahnhof durchstreifen.
Es ist doch verwunderlich - früher waren für Telefongespräche 60x60 cm große Zellen aufgebaut. Heute baut man dafür riesige Bahnhofshallen. (siehe Bilder).

20.02.2017
Nis
Natürlich bekam ich im Flugzeug eine Dreiereihe für mich allein. Ich bin als Letzter eingestiegen und habe gleich von hinten her zwei leere Reihen erblickt.
Also nahm ich gleich eine Dreierreihe in Beschlag.
Der Flughafen in Niš ist eine einfache Halle. Vom Rollfeld zur "Abfertigungshalle" kam ich in einen Plastik-Glasverbau, wo die Passkontrolle stattfand. Saukalt war es. Ich war auch hier wieder der Letzte. Von der Passkontrolle strebte ich dem Ausgang zu und erwartete, dass ich dort das Gepäcksband vorfände - aber nein, da war nichts.
Auf Nachfrage erklärte mir der Security-Mensch, dass ich direkt nach der Passkontrolle auf der Seite das Gepäck finden würde. Aber zurück dürfte ich nur unter Polizeibegleitung. Also musste ich warten, bis die Passkontrolleure mit der Kontrolle fertig waren (eh klar, ich war ja der letzte), dann wurde ich vom Security-Mann einer Polizei-Zoll-Frau rückübergeben. Mit der durfte ich dann auf das winzige Förderband hin und meine Taschen (ganz einsam) holen. So, das wäre es gewesen.
Ich erwartete vor der Halle eine Menge Taxis - das wollte ich, da C aus H den Taxipreis als minimal beschrieben hatte. Also zum Taxistand und da waren Wartende, aber keine Taxis.
Einzeln tröpfelten dann die Taxis doch daher und alle fuhren weg. Ich war als letzter noch da :-(. Aber ich weinte nicht, denn das Pärchen vor mir lud mich ein, mit ihnen ins Stadtzentrum zu fahren. Nix wie rein ins Taxi. Die fragten wo ich hinwolle - mein Hotel Nisky Cvet war bekannt - und sie dirigierten den Fahrer bis ganz in die Nähe meines Hotels. Ein anteiliges Fahrgeld wurde abgelehnt. Etwas verwundert wurde ich gefragt, was ich da in Niš mache - offenbar ist die Stadt nicht unbedingt eine Touristendestination.
Kurz erklärte ich das Geocachen.
Und schon marschierte ich ins Hotel.

20.02.2017
Niš
Das Zimmer war in Ordnung, der Lift außer Betrieb, der erste Stock war der zweite Stock, weil im 1. Stock das Restaurant ist - WLAN klasse.
Und schon startete ich bei Sonnenuntergang los. Die erste Dose war bald gefunden - sie steckte im Maul einer grünen Plastik-Eidechse, die in einem dichten Nadelbaum saß.
Weiter wanderte ich freudig entlang der Nišava zum Stambuler Tor. Dieses ist der Eingang zu einem großen Parkgelände, das auf dem ehemaligen Befestigungsgrund angelegt worden war. Das Tor schaut beeindruckend aus. Den Cache auf dem Tor fand ich nicht, dafür den in einem kleinen Teil, in dem römische Grabsteine aufgestellt waren. Vom Tor oben erblickte ich 3 Kuppeln - wie im Topkapi in Istanbul. Sie erwiesen sich als Dach eines Hamam.
Doch vordringend war die Planung des morgigen Tages. Die Busfahrt nach Skopje in Makedonien steht an. Also erforschte ich den Busbahnhof - in dem ich rundum und herum ging, bis ich einen Eingang in das Gelände fand. Einen der Schalter suchte ich auf und erklärte was ich wolle. Die Dame schrieb mir auf, wann Busse nach Skopje fahren. Der um 10:00 Uhr ist mir zu früh, daher fahre ich mit dem um 15:25. Da habe ich doch Zeit die Stadt noch näher zu begutachten - denn die Sonne war weg und es wurde dunkel. Ich besorgte die Fahrkarte um 1350 RSD (Serbische Dinar = 10,91 Euro) für die 4-stündige Fahrt.
Und weiter marschierte ich entlang des Flusses in die Innenstadt, die aus einer Fußgängerzone bestand. Dort sammelten sich alle Geschäfte an, die aus jeder Stadt bekannt sind (McD, HM, ...).
Einige nette Parks wurden mir mittels Cache nahegebracht, sodass ich mit 4 Funden heimkam.
Die Dunkelheit und Kälte zwangen mich ins warme Hotelzimmer zurück.

21.02.2017
Noch immer Nis
So, nachdem ich gestern Abend noch Ordnung in die Einträge gebracht habe, was Dir eine zweite Zusendung eingebrockt hat, habe ich mich nochmals aufgemacht, noch zwei Dosen zu finden.
Dosen gibt es auch mit Rätsel, die erst zu lösen sind, um die Koordinaten ausrechnen zu können.
Also zurück zu dem schönen Stambuler Tor. Trotz der Kälte waren einige (auch Paare) unterwegs. Dort am Tor wurde ich trotz Taschenlampengesuche nicht fündig.
Also weiter zum Cache der den 2. Weltkrieg zum Inhalt hat. In einem Wohngebiet an einer dunklen Kreuzung sollte die Dose sein. Dort stand seit geraumer Zeit (das weiß ich, weil ich vor 1/4 Stunde vorbeigekommen war auf dem Weg zu einem falschen Ziel) ein Mann und schaute. Ich musste aber die Dose holen, dazu war ich ja da.
Also habe ich abseits gewartet, aber er hat sich nicht gerührt. Nach 10 Minuten reichte es mir und ich holte die Dose mit einem Griff, ging kurz weg, um meinen Log einzutragen.
Beim Zurücklegen tat ich seeeehhhhrrr unbeteiligt und - zack - war die Dose hinter der Dachrinne drauf. Ein frisches "Dobri vecer" sollte den Mann ablenken und weg war ich. Ob der kapiert hat, was ich da gemacht hatte, ob es überhaupt der Owner (so heißt das, wenn einer die Dose gelegt hat und sie pflegt) war? Ich weiß es nicht. Ich werde heute nochmal vorbei gehen und schauen, ob die Dose noch da ist.
So und jetzt geht's auf zum Frühstück und dann zur 2. Partie Cachen in Nis.

21.02.2017
Zuerst startete ich zum Stambuler Tor, um nach dem Rechten zu sehen - ich fand nichts. Gestern am Abend hatte ich den Owner kontaktiert - er antwortete gleich, aber heute kurz vorm Abfahren war ich nochmals dort - hoffnungslos.
Der weitere Vormittag ist unter dem Titel "DEKADENT" gelaufen. Geocachen soll den Sinn haben, sich zu bewegen, rumzuhirschen, zu suchen, zu Lernen, aber doch nicht so!
Nachdem ich gestern mit dem Taxi recht günstig gefahren bin ;-) habe ich (lt. C aus H!!!) ein Taxi genommen und die weit außen (5 - 8 km) liegenden Caches abgefahren.
Als erstes zum Carska Palata (Kaisers Palast) - eine Ausgrabungsstätte. Da ich bereits um 1/2 9 Uhr dort war und erst um 09:00 Uhr aufgesperrt wurde, habe ich nur meine Dose geschnappt und bin wieder mit dem Taxi weg. Ganz so enttäuscht wie Du Dir das jetzt vorstellst war ich nicht, denn erstens bin ich Optimist (außer ich stehe vor einem versperrten Auto) und zweitens reißen mich Ausgrabungen nur bedingt vom Hocker.
Das nächste Ziel war der Totenkopfturm (Skull tower oder Cele Kula). Hier handelt es sich um eine Mauer, in die über 2000 Totenköpfe eingemauert wurden. Dabei handelt es sich um Tote aus den Kämpfen der Serben gegen das osmanische Heer 1809, die hier gesammelt wurden [Exkurs: Literaturhinweis Ismail Kadare; Der General der toten Armee]. Davon gibt es Bilder.
Auch hier war noch geschlossen, nicht so die Dose und weiter ging es nach Nischky Banja - einem Bade-Kurort im Osten. Ein schöner Kurpark mit lieblichen Wanderwegen und einem kunstvoll angelegten Gerinne beeindruckten mich - leider war Halbwinter (es lag teilweise Schnee), der Park war grau, das Gerinne leer. Aber es hätte ja sein können.
Hier gab ich dem Fahrer 1/2 Stunde Pause in der ich 2 Dosen suchte und nur 1 fand. Beim Eintragen des Nichtfundes sah ich, dass diese Dose disabled (also nicht mehr in Betrieb war) - naja, da könnte ich lange suchen.
Zurück per Taxi zum Skull Tower. Nach 2 Stunden Taxifahrt bezahlte ich 15 Euro (was mir nicht so teuer vorkommt, aber doch immerhin eine gewaltige prozentuelle Steigerung gegenüber der Taxifahrt gestern ergab).

21.02.2017
Skopje
So! Jetzt sitze ich in Skopje im Kalonis Apart-Hotel.
2 kleine Biere (Skopsko - was so viel heißt wie Skopjebier).
Nachdem mich der erste Taxifahrer entlassen hatte (eher umgekehrt), besuchte ich diesen Skull-Tower. Ich habe jetzt nachgelesen, es waren "nur" 952 Totenköpfe.
Von diesen sind nur mehr 54 erhalten und jetzt unter Glas anzuschauen. Im deutschen Wikipedia sind es 58 erhaltene Schädel. Die Geschichte dahinter.
Auf dem Weg zum nächsten Cache durchstreifte ich Hinterhöfe und Nebenstraßen. Erste Frühlingsboten waren da - Schneeglöckerl. Faszinierend für mich sind auch die Zäune, die sich in Form oder/und in Farbe unterscheiden. Ganze Straßen haben die gleichen Zäune in unterschiedlichen Farben.
Eine Mlekarica erregte meine Aufmerksamkeit - eine "Milcherei". Da musste ich rein und mir eines der köstlichen Trinkjoghurts zu Gemüte führen. Ich liebe diese Getränke. Beim meiner Radfahrt vor einigen Jahren habe ich immer wieder Joghurt mit Gurkengeschmack und anderen Geschmäckern genossen - ein Traum im heißen Sommer.
Natürlich galt meine Aufmerksamkeit nicht nur den Häusern, sondern auch den Autokennzeichen und den Kanaldeckeln.
In einer neugebauten serbisch-orthodoxen Kirche zündete ich für all meine Lieben Kerzen an. Die Ikonostase war sehr schön, das Deckeninnere noch leer.
Auch Großeltern mit den Sprösslingen auf dem Weg zur Schule kamen mir unter.
Sehr viele Bäckereien (Pekarna) gibt es.
Die nächste Dose an der Mündung eines Baches in die Nisava konnte ich nicht finden - schade.
Der nächste Cache war in einem kleinen grünen Flecken, den sich Anrainer zu einer gemütlichen Plauschecke gestaltet hatten. Die Parkbänke hatten Kopfstützen aus Autos drauf - das passiert also mit alten Schrottkübeln, die bei uns entsorgt werden.
Jetzt blieb mir nur mehr 1 weit außen gelegener Cache übrig. Also was tun? Rein ins Taxi, raus in den Memorial Park Bubanj. Hier sind drei riesige Betonfäuste, die der Erinnerung an die Erschießung und Hinrichtung im 2. Weltkrieg von mehr als 10 000 Bürgern aus Niš und Personen aus Serbien und anderen Teilen des Landes dienen ist.
Zurück lieferte mich das Taxi - die Dose hatte ich natürlich gefunden.
Die Zeit drängte, im Zentrum musste ich noch die Dose bei einer Schmalspurlokomotive ersetzen. Während ich da meine neue Dose verstaute, kam ein Mann daher (Security), der die Lok beobachtete und erfreut feststellte, wie ich diese Lok untersuchte. Er erzählte mir, er habe vom Amts-Fenster aus eine Kamera zur Überwachung installiert und festgestellt, dass ich mich für Schmalspurbahnen in Serbien interessierte. Natürlich war genau das das Thema, das mich hier faszinierte. Nach einiger Zeit konnte ich ihn abwimmeln, ließ ihn dabei voll Freude zurück, dass es Leute (wie mich) gibt, die sein Lieblingsstück wertschätzten.
Nun musste ich mich aufmachen, zurück zum Hotel, zusammenpacken und mich zum Busbahnhof aufmachen.

21.02.2017
Skopje
Aus dem Hotel spazierte ich den Fluss entlang zum Stambuler Tor, um dort nochmals die Dose zu suchen. Aber nix!!!!
Da ich doch noch etwas Zeit hatte, gönnte ich mir eine halbe Stunde Espresso mit Cola - mmmhhhh. Als Mittagessen gönnte ich mir eine Viertel Pizza (take-away), gut war sie schon, aber take-away ist ein Topfen (Käse, Blödsinn). Hier konnte ich die nächsten Fotos aufspielen und einen Bericht schreiben.
Von der Mauer der Festung sah man auf den Gemüsen-, Obst-, alleswasdubrauchstMarkt hinunter.
Insgesamt habe ich in Serbien 13 Caches gefunden. Super. Zugleich ist es der 28. Staat, in dem ich gecacht habe - ich bin begeistert.
Und um 15:25 startete die Busfahrt nach Skopje (oder wie die Serben sagen Skoplje). Pünktlich fuhr der Bus ab. Nur wenige Städte wurden angefahren.
In Vranje gäbe es eine größere Pause. Es war schon dunkel geworden. Der Motor wurde abgestellt, die Passagiere stiegen aus - ich natürlich auch. Es wurde festgestellt, dass irgendetwas am Bus kaputt sein. Eine Lacke Wasser rann davon. Der Fahrer und sein Begleiter stürzten sich auf den Motorraum um im Licht einer Handyfunsel den Fehler zu suchen.
Aber da trat dann ich als Retter der Fahrt in Erscheinung. In meiner Geocacher-Werkzeuge-Sammlung habe ich natürlich auch eine Taschenlampe. Diese aus China von S importierte Lampe hatte eine seeeehhhhr starke LED drin. Ich hatte diese im Handgepäck, holte sie raus und leuchtete den Mechanikern. Da ging den beiden ein Licht auf und sie bastelten mit Schraubenschlüsseln und Zangen. Endlich konnten sie mit diesem Licht gut arbeiten.
Aber leider nutzte das starke Licht nichts, denn irgendein kleines Ding ließ sich nicht rausschrauben.
Nachdem sie 1/2 Stunden gebastelt hatte - bei bestem Arbeitslicht - wurde ein Ersatzbus geordert, der dann 1/4 Stunde später kam. Das Gepäck wurde umgeladen, die Passagier auch.
Gar so ein Retter war ich ja dann doch nicht, weil es ja nichts genutzt hat - ich ja mein Bestes dazu beigetragen habe. Ob Fahrer und Beifahrer wirklich erfahrene Mechaniker sind? Ich werde es wohl nie erfahren. Schmutzige ölige Hände hatten sie wohl.
Als Trost überließ ich dem Fahrer meine Super-Taschenlampe, worüber er sehr erfreut war. Die Taschenlampe war ein chinesisches Produkt (hab ja eh schon oben geschrieben) mit einem Explosionspickerl drauf (das Bild der Explosion war ja ohnehin auf Chinesisch und sicher nicht ernst zu nehmen). Außerdem hat S für mich weiter 5 solche Taschenlampen geordert, sodass der Verlust nicht groß war. So viel ich mich erinnern kann, hat die Lampe 7 Euro gekostet.
Die Weiterfahrt war dann problemlos, an der Grenze wurden ersten die Pässe von Serben kontrolliert (Bilder mit den Personengesichtern verglichen), dann auf der makedonischen Seite die Pässe eingesammelt und in einem Kammerl kontrolliert, dann marschierte ein finster blickender Zöllner mit Taschenlampe (aus China war die nicht, so ein schlechtes Licht hatte die) durch den Bus, und nach 1/2 Stunde ging die Fahrt weiter nach Skopje. Dort kamen wir mit 1 Stunde Verspätung an.
Das vorbestellte Hotel liegt ca. 10 Minuten vom Busbahnhof entfernt. Den Weg dorthin hatte ich schon mit Streetview von Google-Earth erkundet.
Mein Zimmer ist ein Appartement mit Himmelbett (siehe Foto), kleiner Küche, Bad.
Und jetzt trinke ich mein Bier, das ich immer zum Berichtschreiben brauche.
Dann geh ich schlafen.

22.02.2017
Skopje
Guten Morgen!
Da es das Frühstück erst ab 08:00 gibt, werde ich schon vorher losmarschieren.
Da es derzeit (noch) nichts zu berichten gibt, berichte ich jetzt (noch) nichts.

22.02.2017
Skopje
Der Eintrag heute früh diente dazu, den Mailversand zu prüfen, denn der Bericht am Vorabend von der Fahrt wurde offenbar nicht versendet. Ich habe selber kein Mail empfangen.
Willst Du unbedingt diesen wichtigen Beitrag lesen, dann lies auf der Seite selber nach. Der Eintrag beginnt mit "Aus dem Hotel spazierte ich den Fluss".
Also noch vor dem Frühstück stackelte ich los. Ich war froh, eine leichte Winterjacke zu haben, es war wieder frisch.
Ins Stadtzentrum ist es vom Hotel nicht weit. In 20 Minuten war ich dort, wo ich vor einigen Jahren übernachtet hatte. Nichts mehr war so, die alte Steinbogenbrücke - das Wahrzeichen von Skopje - gibt es noch, aber auf beiden Ufern wurden Regierungs-, Museum-, Universitätsgebäude in einem richtigen P&P-Stil (Protz- und Präsentation). Goldfarbene Brückengeländer mit mächtigen Adlern und Laternen. Säulen, wie man sie von der Trajanssäule in Rom, von der Karlskirche in Wien kennt, standen einige herum - noch nicht ganz fertig, aber richtig heldenhaft.
Die ganze Geschichte Makedoniens wird in gefühlten 3219 Figuren (in Wirklichkeit sind es aber nur 4845 Figuren) dargestellt, Alexander der Große ist DER Held. Die anderen Figuren konnte ich mangels Geschichtskenntnissen nicht weiter zuordnen.
Viele Standeln (Buden) verkauften gebrauchte Bücher - auch von Tito fand ich einige.
Natürlich klapperte ich schon die ersten Dosen ab - schnell wurde ich fündig.
Von den alten Häusern fand ich nur mehr ganz wenige, die der Verfall preisgegeben wurden - sie warten darauf, weiteren P&P-Bauten Platz zu machen. Die Dose dort hieß "Altes Skopje" - dazu Erklärung: jede Dose hat nicht nur Koordinaten, sondern auch einen Namen.
Was mit gefällt: es gibt viele Trinkbrunnen und auch Kanaldeckeln.
Dort befindet sich auch ein Einkaufszentrum mit richtig schmucken Beton - wääähhh (oder man kann auch stylisch dazu sagen) - mir gefällt das nicht!
Groß prangen auf einem Hochhaus die Buchstaben EVN "EVN Macedonia is a company which has power distribution and supply on the territory of the Republic of Macedonia as its primary activity. The Company entered the Macedonian market in 2006 as a part of the EVN Group and managed to grow into a strong established brand within a short period of time." Es handelt sich dabei um die Energieversorgung Niederösterreich. Raiffeisen, Erste Sparkasse sind andere österreichische Unternehmen, die ins Auge stechen.
Gebaut wird im Zentrum, dass sich die Balken biegen - eine große orthodoxe Kirche wird errichtet.
Am alten Bahnhof (jetzt ein Museum) ist die Uhr auf 05:17 stehen geblieben. Am 26. Juli 1963 um 05:17 Uhr Ortszeit (04:17 Uhr Weltzeit) erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 6,0 die Region um Skopje der Republik Mazedonien, die eine Teilrepublik des kommunistischen Jugoslawiens darstellte.
Auch eine Kirche zur Mutter Teresa, die hier geboren wurde gibt es.
Am 05.April 2017 spielt Apocalyptica in Skopje - diese Gruppe spielt Hardrock auf 4 Cellos - hörenswert.
All das war das Programm bis 08:30 - hier begann ein neuer Abschnitt für mich!

22.02.2017
Skopje
Ich hatte einen Mietwagen über den ÖAMTC bestellt. Bei Sixt holte ich mir ihn ab. Und siehe da, ein Skoda Rapid war es. Die erste Bekanntschaft mit diesem Fahrzeug kannst du hier am 24.10.2016 in Podgorica nachlesen. Ich hatte nach der Begebenheit in Montenegro einige ätzende Tipps erhalten, wie mir sowas nicht mehr passieren sollte (Autoschlüssel um den Hals hängen, mit Gummiband am Hosenbund festmachen, gleich 2 Schlüsseln verlangen, ...).
Aber nicht mit mir. Nach der Einführung durch den Vertreter drückte er mir den Schlüssel in die Hand. Sofort drückte ich drauf UND????? Nichts geschah, der Schlüssel war kein Funkschlüssel, sondern ein ganz normaler (wie in früheren Zeiten üblich) mit Bart und manuellem Zusperren. Zumindest eine Zentralverrieglung hat der Wagen. Wie schon früher hatte ich mein Navi von zu Hause mit.
Als erstes fuhr ich zurück zum Hotel um mein Frühstück einzunehmen. Alles wurde zum Cachen zusammengepackt und schon startete ich los.
Zuerst zu verschiedenen Parks, zum Fußballstadion der Mannschaft Vardar (so heißt der Fluss durch Skopje).
Irgendwo in der Nähe des niegelnagelneuen Fußballstadions hatten Fans von Gelsenkirchen eine Mauer "verziert". Überhaupt sind sehr viele Wände, Mauern, Elektrokästen mit diesen "Gemälden" bestückt. Ich finde das eine Frechheit, auch wenn es sich manchmal um tolle Gemälde handelt. Diese Sprayer mögen doch mit ihrem eigenem Haus anfangen! (So, das nutzt gar nichts wenn ich das schreibe, aber wie steht schon in er Bibel? Quod scripsi, scripsi!)
Mehrmals sah ich Leute mit riesiger Plastikmüllsammlung auf Fahrrädern unterwegs, auch Kartone wurde gesammelt. Nichts desto trotz sind besonders im nahen Umfeld der Stadt entlang der Straßen und Bäche Plastikfetzen.
Die stadtnahen Caches hatte ich bis Mittag durch. Also auf ins Umland. Bei einer unscheinbaren Ausgrabung mit römischen Grabsteinen wurde ich fündig, der ausgehöhlte Kunststein mit dem Logbuch lag neben den Grabsteinen in einem Steinhaufen.
Ein weiterer Höhenpunkt im Cacherleben war das Aquädukt, von dem nur 300 m erhalten sind. Und da war ich! Rundherum war Stille, doch plötzlich erschallten aus den Moscheen die Rufe der Muezzin(er?), das war ein beeindruckendes Hörbild. Ein ähnliches - nur viel intensiver, weil lauter - hatte ich auf der Cacherreise nach Istanbul erlebt.
Vorbei an brennenden Müllhaufen zielte ich auf den nächsten Cache in der Hügellandschaft nördlich los. Dort genoss ich den Ausblick auf Nebel, einige Hochhäuser, viele Rauchfahnen (auch Müllverbrennung), aber auch auf die schneebedeckten Bergen im Nordosten, die gut bestellten Felder, leicht angegrünte Wiesen - der Frühling naht!
An einem Zaun bestehenden aus Waschmaschinenwänden kam ich auch vorbei.
Da noch Zeit war, unternahm ich noch einen weiteren Ausflug nach Südosten zu einem kleinen Kloster. Ruhig war es dort, Zeit zum chillen, ausrasten, lunzen, asseln.
Nach der Rückfahrt zum Hotel unternahm ich noch eine Fußwanderung in den nördlich des Flusses Vardar gelegenen Basar. Vieles sperrte zu, zum köstlichen Abendessen fand ich ein nettes Restaurant. Morgen schau ich mir nochmal den Basar an.

23.02.2017
Skopje Aerodrom
Heute um 05:00 Uhr in der Früh ist die Belegung aus dem Nachbarzimmer aufgebrochen. Natürlich wurde ich - der immer einen leichten Schlaf hat - munter und konnte nicht mehr einschlafen. [In Wirklichkeit bin ich derjenige, der der senilen Bettflucht frönt und meist um 05:00 aufsteht].
Was tun? Natürlich aufstehen und aufs Frühstück pfeifen (das wie Du schon gelesen hast erst ab 08:00 Uhr serviert wird).
Zusammengepackt war schnell, alle Akkus und Reserverakkus waren aufgeladen (Handy, Fotoapparat, GPS, Powerbank, Ohrwaschl, Laptop), alle Kabeln wurden verstaut - immerhin ist es eine gewaltige Anzahl und ein ordentliches Gewicht. Die Schalterleiste war zum Schluss dran. Zähne geputzt, alles andere (was dann nur mehr wenig war) in die Reisetasche (deren Transport ich mir diesmal leistete).
Dann begann ein sehr intensiver Cacher-Vormittag. Tief rein ins Tal, dort war ein Manastir (Kloster) - hoffentlich ist es nach meinem Besuch dort noch da. Die dazugehörige Dose habe ich natürlich gefunden. Solche Manastirs gibt es massenweise, immer schön gepflegt an besonderen Plätzen, kleine kommen schon mal ohne sichtbare Mönchsbesatzung aus.
Raus aus dem Tal - dort fuhr ich durch einige sehr kleine Dörfer, deren größtes Problem aus meiner Sicht die nicht vorhandene Müllentsorgung sit. Müll wird in den vorbeifließenden Bach geworfen, den Hang unterhalb der Häuser schmückte Plastik in allen Farben, Größen und Zuständen. Der Wind macht dann den Rest und verteilt alles gleichmäßig. In den privaten Gärten ist dafür alles sauber und gepflegt.
Danach strebte ich zu einem "gelben Haus" mit Cache in Richtung Pristina zu, was sich als blechernes Wartehäuschen darstellte. Zwei allerliebste Hunde empfingen mich schnüffelnd, anschmiegend und freundlich.
Da noch genügend Zeit war, bis ich um 11:00 das Auto zurückgeben musste, rauf auf den nächsten Hügel, dort war wieder ein Manastir. Diesmal mit wunderbarer Aussicht auf das
Skopjer Becken, das mit ziemlich viel Smog vernebelt war.
Runter vom Hügel rauf auf den Hügel. Immer wieder auf schmalen Straßen durch Dörfer.

23.02.2017
Irgendwo im Railjet Wien - Salzburg
Und so cachte ich weiter bis zum vorletzten. Dieser liegt am Hügel in der Einflugschneise des Skopje Flughafens (der seltsamerweise den Namen Alexander der Große heißt).
Oho, es sind noch 600 m zum Cache und der sollte am Hügel oben sein. Von der Ferne sah ich schon - wie sollte es anders sein - ein Manastir. Da also muss ich rauf.
Als ich zum Fuße des Hügels komme sehe ich eine unendliche Stiege. Die Stufen zähle ich, nahm ich mir vor. Bis nach oben waren es dann 360 oder 460 Stufen. Hatte ich einen Hundertersprung drinnen? Also dachte ich beim Runtergehen zähle ich nochmals. Aber zuerst musste ich mir die Dose holen. Seltsamerweise waren es - obwohl ich oben war - noch immer 400 m zur Dose. Verflixt noch einmal! Ich bin auf den falschen Hügel rauf! Und runter und wieder rauf, dafür reichte die Zeit nicht mehr. Auf alle Fälle habe ich wieder Kerzen gespendet. Es waren 365 Stufen.
Um 11:00 Uhr sollte ich am Flughafen Alexander der Große (als ob der einen Flughafen nötig hatte - aber auch in Salzburg heißt der Flughafen W.A. Mozart) das Auto abgeben. Das letzte Ziel (eine Dose) war auf dem Riesenparkplatz in Form eines kleinen Fliegers.
Ich packte alles zusammen. Das Auto war etwas schmutzig geworden, denn ich musste ja ab und zu ins Gelände, was eine mehrfache Generalreinigung der Schuhe im Hotel notwendig gemacht hatte. Der Herr Sixt war gleich da, übernahm ohne große Kontrolle das Auto und ich zischte zum Check-In.
Da ich aber über den Parkplatz zum Terminal marschierte, kamen mit wieder diese Autokennzeichen unter, was 30 Fotos zur Folge hatte - du kannst Dir die Kennzeichen-Fotos in einer oder 2 Wochen auf meine Site anschauen.
Das Einchecken habe ich zu Hause schon erledigt, ich musste nur mein Gepäck abgegeben - wozu die neue Art von Drop-Off-Schaltern da sind.
Im Wartebereich schrieb ich den ersten Teil des heutigen Berichts.
Ich war der letzte durch das Gate. Das ist wohl überlegt. Geht ein Gate zum Einsteigen, dann stürmen alle hin, stehen an, drängen dann ins Flugzeug, steigen beim falschen Eingang ein, drängen dann auf ihre Sitze, verstauen ihr Handgepäck (z.B. solche mit Hüpferlitasche - eine spezielle Art von Reisehandgepäck) und drängen sich auf die Sitze, weil der, der am Fenster sitzt kommt zuletzt (wie im Kino oder im Theater).
Wenn man als Letzter das Flugzeug besteigt und das am besten von hinten, dann kann man prüfend feststellen, dass es doch einige leere Dreiersitze gibt. Und einen solchen erwischte ich. Mein reservierter Platz blieb dafür frei, was die beiden anderen Mitsitzer erfreute.
Der Flug verlief unspektakulär. Beim Landeanflug drehte der Pilot wieder voll auf und stieg hoch. Eine Runde über Bratislava war die Folge. Aber dann kamen wir doch unten an. was Du sofort bemerkst, weil Du diese Zeilen nicht hättest.
Und wie es so ist, stellte ich mich bei der falschen Paßkontrolleschlange an. Alle anderen wurden beinahe durchgewunken, nur der dritte Herr vor mir und dann die zweite Dame vor mir benötigten erhöhten Betreuungsbedarf (sie wurden beiseite genommen).
In der Zwischenzeit war dann meine Reisetasche ganz allein auf dem Rollband unterwegs - ich bin offenbar immer ein Opfer der falschen Schlange (Passkontrolle, Billa, Hofer-Aldi)!
Der Bus 61 führte mich um 0,90 Cent (Hurra, Pensionistenpreis) zum Hlavni stanica. Dort hatte ich noch 5 Minuten Zeit, um den Zug nach Wien zu erreichen.
Auf der Busfahrt stieg ein (für mich) junger Mann ein und griff automatisch nach der senkrechte Haltestange direkt bei der Tür. Nur war da keine Haltestange und er griff ins Leere. Eine diesbezügliche Bemerkung von mir ("Do is koa Stong ") nutzte er aus, mir seine philosophischen Erkenntnisse über Sprachen, jungen Menschen - im besonderen Mädchen (sie wollen einen Freund der Geld hat), das Leben in der Schweiz und Italien (da war er längere Zeit) auf Italienisch und Englisch zu erläutern. Es genügte ein ab und zu eingeworfenes Si bzw. Yes um ihn zu weiteren Themen zu motivieren. Naja, schließlich dauerte die Fahrt 20 Minuten, und das war auszuhalten, vor allem da es von seiner Seite ein Monolog war.
Den Zug nach Wien habe ich erreicht, jetzt habe ich Zeit diesen Bericht fertig zu schreiben.

23.02.2017
Abschluss
Diese Art von sehr intensivem Reisen gefällt mir.
Die Vorbereitung läuft einige Wochen lang, damit ich zielgerichtet die Aufgabe der Reise erreichen kann.

Die Kosten (ca. 250 €) halten sich in Grenzen.
00,00 € Bahnfahrt nach Bratislava 6 h (da ich eine Jahresnetzkarte für die Bahn habe)
09,99 € Flug Ryanair Bratislava nach Nis (ich habe diesen Flug einige Wochen vorher schon um 7,99 € gesehen)
10,05 € Busfahrt Nis nach Skopje
14,99 € Flug Wizzair Skopje nach Bratislava
00,00 € Bahnfahrt von Bratislava 6 h (siehe oben)
und noch etwas Taxi, Mietwagen, Essen und Trinken

Ich bedanke mich für das Mitlesen und (aufmunternde) Rückmeldungen.
Diese Tagebuch ist für mich ein "Druckmittel", meine Erlebnisse und Eindrücke für Mitleser und vor allem auch für mich festzuhalten.
Wenn ich alte Berichte lese, erlebe ich die Fahrt gleich nochmal - und das freut mich.

23.02.2017
PPS:
Serbien 13 Caches
Makedonien 25 Caches
Da war ich aber fleißig

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